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The Beastles: Ill Submarine

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The Beatles vs. Beastie Boys. Muss man da noch viel erklären? Eigentlich nicht. Außer vielleicht, dass «Ill Submarine» bereits das dritte Album von dj BC ist. Als er 2004 seinen ersten Beastles-Mashup frei veröffentlichte, gab es noch ordentlich Ärger mit Apple Corps., die die Rechte an den Beatles-Songs hatten. Mal sehen wie das dieses Mal ausgeht. Also: Ill Submarine: “It’s on! Listen and download and what not. Now.”

Und weil dj BC geradezu ein Paradebeispiel für Remixkultur ist, hier mal der Hinweis auf die Kampagne Recht auf Remix – wo man sich für eben dieses “Recht auf Remix als grundlegende Voraussetzung für Kunst- und Meinungsfreiheit in der digitalen Gesellschaft” einsetzen kann.

[via nerdcore]

Digitale Bretter

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Gestern war wieder Netzpolitischer Abend der Digitalen Gesellschaft in Berlin. Im Mittelpunkt stand die Netzneutralität, die in den vergangenen Wochen die netzpolitische Debatte in Deutschland bestimmt hat. Das Thema an sich ist nicht neu, hat aber durch die Pläne der Telekom, ihre Volumentarife in Zukunft zu ändern und dabei die Bandbreite für Flatrates zu verknappen, für ein ordentliches Maß an Irritation und Protest gesorgt. Und weil das Thema Netzneutralität vielleicht mehr als jedes andere an den Grundprinzipien des Internets, wie wir es kennen und lieben, rüttelt, muss ich noch mal einen Gedanken von gestern festhalten. Ben Scott hat in seinem Vortrag darauf hingewiesen – und es ist eigentlich banal aber darum umso wichtiger: Solange es kein Gesetz gibt, das eine Verletzung der Netzneutralität verbietet, wird es immer wieder Versuche geben, genau das zu tun. Und weiter… „to expect the market would behave in a public interest way when it is profitable not to, is irrationale.“

Auf dem Heimweg habe ich mich gefragt, wie man eigentlich ein freies, offenes und sicheres Netz angehen müsste. Wie soll das gehen? Welche Konstellation (jenseits politischer Koalitionen) braucht es dafür? Meine Ratlosigkeit hab ich erst mal in 140 Zeichen übersetzt: „Der Himmel der Netzpolitik hängt voller Galgen. Am besten also man wird Kunsttischler.“ Heute würde ich noch ergänzen: „…oder man spezialisiert sich auf Kettensägen.“ Das klingt pessimistischer als es gemeint ist. Denn es gibt auch immer wieder gute Nachrichten. Wenn ein 19-jähriger Student eine ePetition zur Netzneutralität auf den Weg bringt, die innerhalb von 72 Stunden das nötige Quorum von 50.000 Unterschriften erreicht, dann ist das ein schöner Erfolg, keine Frage. Aber eben auch nur eine Etappe.

In einem Land, das von einem eigenen Internetministerium weiter entfernt ist als Berlin von einem funktionierenden Hauptstadtflughafen, wo das Parlament nicht einmal über einen „ständigen Ausschuss für Internet und digitale Gesellschaft“ verfügt, wie kürzlich im Abschlussbericht der Enquete-Kommission gefordert, ist es von einer Anhörung im Petitionsausschuss hin zu einer unmissverständlichen, gesetzlichen Verankerung der Netzneutralität ein verdammt weiter Weg. Unterwegs wird noch so manches Brett zu bohren sein in Form einer Idee, Kampagne oder Aktion. Es gibt Menschen, die dabei helfen und die mit wenig Aufwand zu unterstützen sind. Hier.

Update:

Vielleicht sind meine Sorgen ja unbegründet. Golem berichtet gerade, dass die Bundesregierung anscheinend hellhörig geworden ist und Verstöße gegen die Netzneutralität notfalls per Gesetz verhindern will, “(…) falls Geschäftspraktiken das Fundament des freien Internets gefährden“. Ach, wirklich? Nun ja. Wir werden erleben, wie ernst das gemeint ist.

Francis International Airport: The Right Ones

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FIA

Francis International Airport machen das schon ziemlich gut, dieses Unterkühlte, Strenge, Krautrockartige ihrer neuen Single ‘The Right Ones’. Die Band und ihre ersten beiden Alben sind bislang völlig an mir vorbeigegangen. Aber jetzt haben sie meine ganze Aufmerksamkeit. Der Sound deutet schon an, wohin die Reise gehen könnte: Düsseldorf liegt heute in Wien. Warum auch nicht. Cache – ihr drittes Album – erscheint im Mai und die Tour bringt sie schon am 23. Mai ins Haus Ungarn nach Berlin. Einchecken lohnt sich!

Das Gegenteil von Momentum

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Es gibt einen geeigneten Moment, um Dinge zu tun und sich dem möglichen Glück zu stellen, dabei kann es sich um einen Zeitraum von ein paar Tagen, ein paar Wochen oder sogar ein paar Monaten handeln, aber diese Chance bietet sich nur ein einziges Mal, und wenn man sie später erneut zu ergreifen sucht, ist das schlichtweg unmöglich, es ist kein Raum mehr da für Begeisterung, für Überzeugung, für Glauben, es bleibt nur sanfte Resignation, gegenseitige Betroffenheit und das nutzlose, wenn auch berechtigte Gefühl zurück, dass irgendwas hätte geschehen können, man sich aber des Geschenks, das einem gemacht worden ist, unwürdig gezeigt hat. (Michel Houellebecq, Karte und Gebiet)

Was ist nicht alles in letzter Zeit über die Piratenpartei geschrieben und gesendet worden. Über Streitereien, Anfeindungen, Mobbingversuche in Landesverbänden überall. Ein Noise, der alles andere komplett überstrahlte. Wer nur alle paar Wochen mal eine Nachricht über die Piraten liest, muss glauben hier kämpft eine Partei mit sich selbst. Und es steht nicht gut.

Das Metier der Politik ist die Ungerechtigkeit. In einer Gesellschaft in der alle Beteiligten aufgerufen sind sich zu beteiligen besonders. Wenn sie es denn wirklich tun würden. Der schnelle Anstieg bei den Mitgliederzahlen wird oft als Hauptgrund für viele Probleme angeführt. Sicher ist die Heterogenität der Basis eine Besonderheit dieser Partei, aber sie entschuldigt nicht auf Dauer das Ausmaß an Selbstdemontage. Alles halb so wild? Vielleicht kämpfen ja auch nur die Hysterischen gegen die Zwanghaften. Die Hysterischen wollen, dass sich ständig alles verändert. Das macht diese Gruppe so besonders anfällig für die Piraten. Die Zwanghaften wollen, dass alles immer so bleibt wie es gerade ist. Wenn nach langer Zeit sich die Hysterischen aufmachen, in der Welt der Zwanghaften ihren Platz zu behaupten, gerät alles aus den Fugen.

Piraten wollen beides sein, Bewegung und Partei. Einige Bewegungen der Vergangenheit hatten nach außen sichtbare und nach innen wirkende Figuren. Die Studentenbewegung hatte Rudi Dutschke, die Friedensbewegung hatte Petra Kelly. Dann kam eine Weile gar nichts. Und plötzlich mischt da so eine Piratenpartei mit und siehe da, auch dort entdeckt die Öffentlichkeit interessante Persönlichkeiten. Marina Weisband zum Beispiel. Politische Geschäftsführerin von Mai 2011 bis April 2012. Ein Amt auf Zeit. Sie zog sich danach zurück, setzte ihr Studium fort. Als sie gefeiert aber erschöpft abtrat wirkte die Piratenpartei auf gutem Weg. Das ist noch gar nicht so lange her und fühlt sich an wie eine Episode aus den Chroniken von Narnia. Jetzt erscheint ein Buch.

Und dann Johannes Ponader. Ein politischer Geschäftsführer, der sich der Basis und nur der Basis verpflichtet fühlte, so die Erzählung. Der ziemlich schnell ebenso bekannt wurde und polarisierte, es darüber wohl zu wenig schaffte die Partei nach außen zu erklären und nach innen zusammenzuhalten, ohne das hauptsächlich über seine Person gesprochen wurde. Der Dauerstreit im Bundesvorstand wurde zur Dauerinstallation. Doch die Aufführung zog sich. Erst nach den niederschmetternden Ergebnissen einer parteiinternen Umfrage, konnte er sich durchringen und die Konsequenzen ziehen.

Als politischen Grund nennt Johannes den massiven Rückgang der Zustimmungswerte und das enttäuschende Ergebnis der Landtagswahl in Niedersachsen, wo der Einzug ins fünfte Landesparlament verpasst wurde. „Ich sehe die Hauptverantwortung für diesen Vertrauensverlust beim Vorstand und unserer oft fragwürdigen Außenwirkung der letzten Monate“, so der politische Geschäftsführer. Was genau denn nun schief gegangen ist, darüber findet sich wenig im Text. Damit bleibt uns Johannes zumindest noch sein eigenes Stück schuldig, Stoff genug für eine Bühnenfassung sollte das Jahr gebracht haben.

Oft ist die Versuchung groß, Einzelpersonen verantwortlich zu machen für größere Schäden. Doch wahrscheinlich ist es das nicht. Warum auf dem nächsten Parteitag in Neumarkt im Mai nicht der gesamte Bundesvorstand zur Wahl steht, leuchtet daher wenig ein. Vielleicht war die Amtsperiode Ponader auch nur ein Symptom einer teilweise – man muss es leider so sagen – manisch-depressiven Phase in der Geschichte der Piratenpartei. Wahlerfolge und Medienhype wurden nicht gut verkraftet. Wenn man sich noch mal an die Programmdiskussionen in Bochum erinnert, fällt auf wie wahnsinnig gespalten die Partei in vielen Fragen ist. Die Flügelkämpfe haben bereits zu dramatischen Verwerfungen geführt. Die einen gründen ein Frankfurter Kollegium, die anderen schreiben richtungsweisende Manifeste. Der eine Verband sucht sein Glück in der SMV, andere fürchten Machtkonzentration. Wie sich Bürgerinnen und Bürger davon angesprochen fühlen sollen bleibt unklar. Auch wie wenige der über 30.000 Mitglieder sich an Entscheidungen beteiligen, von der lokalen Gebietsversammlung bis hin zur Liquid Feedback Initiative auf Bundesebene. Mythos Partizipation. Moderne Bürgerrechtspartei mit ausgewählten Themenschwerpunkten wie Reform des Urheberrechts, gegen Internetzensur, informationelle Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe oder eine Art fundamentalistische Bürgerbewegung mit digitaler Linke, die orthodox-demokratisch die reine Lehre predigt und aus jedem aktuellen Tagesordnungspunkt eine Existenzfrage ableitet. Ausgang offen. Vor zwei Jahren hieß es oft, die Piraten arbeiten daran sich selbst überflüssig zu machen. Wie großartig das klang und wie merkwürdig.

An dieser Stelle vielleicht doch noch mal der Blick zurück. Vor kurzem lief in der ARD eine sehenswerte Dokumentation über die wilden Anfangsjahre der Grünen: „Geliebte Gegner“. Vielleicht sollte auf dem nächsten Bundesparteitag in Neumarkt diese Doku als Pflichtveranstaltung gezeigt werden. Wie sich die Bilder gleichen! Da zieht eine Gruppe friedensbewegter Kernkraftgegner in den Bundestag in Bonn und schon bald kullern die ersten Tränen, weil die politische Konkurrenz sie mit Häme und Abscheu statt mit Kuchen empfängt. Die eigenen Fraktionskollegen beharken sich nach Kräften und nehmen dabei kaum Rücksicht auf persönliche Befindlichkeiten. Und so geht das die ganze Zeit. Basis und Abgeordnete entfernen sich immer wieder voneinander bis zur völligen Eskalation 1999 in Bielefeld. „Im Protest spielen die moralischen Fragen immer eine große Rolle. Aber die muss man auch  irgendwann belassen und sich in die Pragmatik begeben, sonst erreicht man nichts“, sagt ausgerechnet Ministerpräsident Winfried Kretschmann am Ende der Doku zurückblickend. So spricht ein erfahrener Berufspolitiker, der lange politische Schlachten geschlagen hat und sich dabei über Jahrzehnte seinen Ideologiepanzer zerrieben hat. Im Tagesgeschäft der Politik kommt es auf Beweglichkeit an. Auch das fällt ins Metier der Ungerechtigkeit. Kretschmann, so das Fazit der Dokumentation, ist ein Teil der Grünen Wirklichkeit 2013. Seine Partei hat in den vergangenen 30 Jahren das Land verändert. Die Vorstellung, so etwas im Jahr 2043 über die Piratenpartei sagen zu können, fällt in diesen Tagen schwer. Dabei wäre das schon spannend zu erfahren, wie die heutige Generation in 30 Jahren rückblickend ihre wilden Anfangsjahre beurteilt.

Der Berliner Landesverband hat vor zwei Wochen auf seiner Aufstellungsversammlung für die Landesliste zur Bundestagswahl eine Wahl getroffen, eine recht gute wie ich finde. Unter anderen Umständen hätte diese Wahl mehr Begeisterung und Überzeugung verdient.

Einige Piraten mit denen ich gesprochen habe flüchteten sich früh in einen Zweckoptimismus. Wenn erst mal der Einzug in den Bundestag verpasst sei, werde man all die Egos schon in den Griff kriegen und dann könne man in Ruhe politisch weiterarbeiten am neuen Ziel Neunzehnter Bundestag. Die Piratenpartei ist von den Mitgliedern und ihrer Wählerstruktur her immer noch die jüngste Partei in Deutschland. Eigentlich hieß es doch, die Ungeduld sei das Vorrecht der Jugend. Aber das ist vielleicht auch schon lange her.

Austra: Home

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Austra Home

Austra melden sich demnächst mit neuem Album zurück. Zwei Jahre nach ihrem Debut “Feel It Break” erscheint im Juni der Nachfolger “Olympia” und vorab gibt es daraus jetzt einen ersten Track auf die Ohren: “Home”. Ihre Vorliebe für Melodien in Herz-Moll haben sich Austra bewahrt. Das funktionierte ja auch bislang ziemlich gut und auf “Olympia” darf es gerne so weitergehen. Eine Tour ist ebenfalls schon geplant, am 14. Juni spielen sie im Berliner Lido. Mehr Infos bei Domino.