Die Seitengassen des Internets

backstreets

Wenn Facebook, Twitter oder YouTube die kommerziellen Hauptplätze und Boulevards des Internets sind, weil die Mehrheit der Menschen dort bevorzugt Zeit verbringt, was ist dann eigentlich mit den Seitengassen, den Hinterhöfen und dampfenden Straßenküchen? Eben jene Plattformen und Netzwerke, die nicht in Reiseführern und Suchmaschinen erwähnt werden und nur schwer zu finden sind? Es gibt sie natürlich. Wieden+Kennedy Tokyo hat sie und die Menschen dahinter ausfindig gemacht. Die Dokumentation „Back Streets of the Internet“ bietet einen seltenen Einblick in das, was aktuell in Japan in Sachen Netzkultur vor sich geht.

Da wäre zum Beispiel IDPW, eine 100 Jare alte, geheime Online-Gesellschaft, die in Tokyo einen ‚Internet Black Market‘ organisiert. Bei dieser Mischung aus Flohmarkt, Hackerspace und Nerdboutique, gibt es Steine mit IP-Adresse oder private Apps zu kaufen. Manchmal werden auch in Google-Docs Parties in Echtzeit gefeiert. Merkwürdig? Klar, darum geht es. Welche kreativen Freiräume bietet das Netz und wie können Alltagsgegenstände im neuen Kontext unsere Sicht auf die Dinge verändern? Entstehen hier gerade neue Trends und Internet-Meme? Und vor allem: Welchen Einfluss hat die japanische Netzkultur auf die globale Popkultur? Alles Fragen, auf die die Strategen einer Kreativagentur wie Wieden+Kennedy nur all zu gerne Antworten hätten.

Die Idee des ‚Internet Black Market‘ gefällt mir so gut, dass ich mich frage, ob so etwas auch in Berlin funktionieren würde? Einen Schwarzmarkt zu organisieren, so schwer kann das doch nicht…Psssst!

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